Mobile Welt: Wie «smart» sind Sie?

27. August 2010, von Ivana Jankovic

Smartphones sind wie der Name sagt: smart. Die kleinen Multifunktionsgeräte kann man nicht nur zum Telefonieren und SMS-Schreiben sondern als mobilen Termin- und eMail-Verwalter, Internetzugang, Musik- und Videoplayer und als Digitalkamera nutzen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones ist eine Unmenge an mobilen Anwendungen (Apps) und Services entstanden. Entsprechend stellt sich für viele Unternehmen die Frage: Welches Potential bietet die mobile Welt für mich?

Mobile Apps: Nicht mehr nur «Spielzeug»

Zurzeit sind gut 35 «Mobile App Stores» im Internet verfügbar. Der bekannteste ist sicher derjenige von Apple mit über 200’000 Apps. An zweiter Stelle folgt der Store von Google mit ca. 40’000 Anwendungen, die für das Google-eigene Betriebssystem Android ausgelegt sind. Das Wachstum ist immens: Im Google-Store kommen monatlich 6’000, im Apple-Store 13‘000 neue Apps hinzu.

Allerdings holen Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google auf: im 2. Quartal 2010 wurden in Amerika bereits mehr Android-Geräte als iPhones gekauft. Rund 25% der Apps sind kostenlos. Die übrigen kosten durchschnittlich 4 Franken.

Mobile Apps sind zunehmend geschäftstauglich bzw. -kritisch: Neben Spielen und lustigen Gagdets gewinnen sogenannte «In App Purchases» immer mehr an Bedeutung. Damit kann der Benutzer direkt aus einer App Produkte oder Informationen gegen Geld im App Store kaufen.

Die SBB bietet beispielsweise eine App zur Bestellung von Zugtickets. Die App an sich ist kostenlos, bezahlt wird für das Ticket.
Ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen Anbieter von geographischem Kartenmaterial wie bspw. TomTom.

Eigentlicher «Motor» vieler Apps ist die Verwendung der Standortinformation eines Benutzers. Sie erlaubt eine kontextabhängige Information, die den Benutzer in seiner aktuellen Situation abholt und ihn vor Ort unterstützt (Bsp.: «Wo ist das nächste Hotel in der Umgebung?»).

Nicht ob, sondern wie ist die Frage

Die mobile Welt bietet Unternehmen also einen neuen Zugangskanal zu ihren Kunden, neue Geschäftsmodelle und neue Ertragswege.

Vor dem Eintauchen in die mobile Welt, müssen Entscheidungsträger zwei strategische Fragen klären:

  • a) Bauen Sie eine eigene App oder passen Sie die Benutzeroberfläche Ihres Webauftritts für das mobile Endgerät an?

Apps oder eigentlich iPhone-Apps sind aktuell insbesondere im Endkundengeschäft sicher ein starkes Marketing-Tool. Komplexe Aufgaben, die viele Teilschritte umfassen, lassen sich allerdings unter Umständen besser in einer dem Mobile Device angepassten spezifischen Web-Oberfläche (einem sogenannten Web-App) abbilden.

Zu beachten bei Web-Apps: Die Benutzeroberfläche muss speziell gestaltet sein und die Inhalte (Bilder) müssen für das mobile Endgeräte spezifisch aufbereitet werden.

SBB: Beispiel einer Applikation
Tagesanzeiger oder 20 Minuten: Beispiele für angepasste Weboberflächen

  • b) Wenn Sie sich für die Realisierung einer App entscheiden: Für welche Geräte (iPhone, Android, …) bzw. Betriebssysteme wollen Sie die App nutzbar machen?

Zwar ist das iPhone in aller Munde. Die Analyse von Gartner zur Verbreitung der verschiedenen Betriebssysteme zeigt allerdings, dass 25% der Smartphones ein Android Betriebssystem haben und weitere 23% basieren auf Symbian.

Zu beachten: Eine allgemein akzeptierte, funktionale Anwendung darf sich nicht alleine auf das iPhone fokussieren, sondern muss ebenfalls die User von Android basierenden Smartphones bedienen. Sie werden entsprechend mehrere Anwendungen realisieren müssen.

Guideline für Web-Apps

  • Kürzere Texte
  • Bilder für kleine Displays
  • Einfache Navigation
  • Möglichst alles in einem Fenster
  • Schwierige Eingaben vermeiden

Gartner’s Top10 mobile Apps für Endkonsumenten im Jahr 2012 :

  1. Mobiler Zahlungsverkehr
  2. Standortbasierte Dienste
  3. Mobile Suche
  4. Mobiles Internet
  5. Mobile Gesundheitsüberwachung
  6. Mobiles Bezahlen
  7. Nahfunk-Services
  8. Mobile Werbung
  9. Mobiler Chat
  10. Mobile Musik
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